Donnerstag, 10. April 2014

Schwämme

Name und Systematik


Amed Scuba, Schwammgruppe
Vasenschwamm in der Liberty, Amed Scuba
Bei den Schwämmen handelt es sich um  ein Tier, dass in der Systematik im Tierstamm innerhalb der vielzelligen Tiere (Metazoa) zu finden ist. Der Name Schwamm -Porifera-, leitet seine Bedeutung aus dem Latein ab und setzt sich aus den Worten  porus
Fächerschwamm in Jemeluk
`Pore` und ferre `tragen` zusammen. Es handelt sich also bei einem Schwamm dem Namen nach um einen Porenträger.
Zoologie: Porifera oder auch Spongia bildet einen einfachen und zugleich spezialisierten Stamm an der Basis der Vielzeller. Unterschieden werden die Tiere nach der Art ihres Skelettes und sie werden daher in zwei große Klassen eingeteilt: Man unterscheidet: 1. Die Kalkschwämme (Calcarea) und die Glasschwämme (Hexactinellida).
Die Schwämme umfassen über 5000 rezente Arten mit einer Größe von wenigen mm bis zu 2 m Durchmesser (Spheciospongia vesparia) oder 3 m Länge (Monoraphis chuni) und auffallend gelber, roter oder violetter, durch Pigmente verursachter, nicht selten auch grellweißer Farbe. Siehe auch Spektrum der Wissenschaft! Ferner kommt Grünfärbung vor, die meist auf Zoochlorellen oder Zooxanthellen zurückzuführen ist.

Feuerfisch auf Schwamm, Amed Scuba
Schwämme leben allesamt im Wasser und kommen in allen Meeresgewässern der Erde vor. Als Larven sind sie noch in der Lage selbständig zu schwimmen, bevor sie sich an einem Ort festsetzen, um dort zu wachsen. Schwämme werden von Tauchern oft für ihre Schönheit und Farbenpracht geschätzt, aber vor allem spielen sie eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem Korallenriff. Sie binden die Korallenblöcke aneinander und verbinden diese somit untereinander und verhindern deren Konkurrenz um den knappen Lebensraum. In der Regel befindet sich das Korallenriff in einem Gleichgewicht und in einem intakte Riff wächst zwischen jeder achten Koralle ein Schwamm. Aber auch Schwämme konkurrieren mit Korallen um den knappen Lebensraum und um Ressourcen, bieten jedoch auch gleichzeitig vielen Lebewesen Schutz und Quartier an. Sie sind Nahrungsgrundlage vieler Tierarten wie zum Beispiel von Schildkröten, Kaiserfischen oder Papageienfischen. Schwämme sind zum Beispiel auch eine sehr beliebte Nahrung von unseren Büffelkopfpapageienfischen. Eine der Hauptaufgaben von Schwämmen ist jedoch das Meerwasser zu filtern und zu reinigen.
Oranger Schwamm wächst auf einer Stachelauster (Spondylus varius)
Überfischung von Korallenriffen bringt zur Zeit große Probleme innerhalb der Korallenriffe und
Amed Scuba Kubu; Schwämme im Korallengarten
innerhalb des sehr sensiblen Gleichgewichts zwischen Koralle und Schwamm. Befindet sich ein Riff im natürlichen Gleichgewicht, so sind Lebensbeziehungen zwischen Schwämmen und Korallen üblich. Jedoch ist diese Beziehung nicht ganz konfliktfrei, denn auch Koralle und Schwamm konkurrieren um den Raum. Wenn an tropischen Riffen zu viel gefischt wird, nehmen die Schwämme schnell überhand und können benachbarte Korallen verdrängen. Auch wenn die Schwämme wie beschrieben mit ihrer Verdauung eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Riffes spielen und das Wasser filtern und reinigen, können sie auch den Wasser- und Gasaustausch zwischen den Nachbarn behindern. Gleichzeitig sondern sie in der Konkurrenz um fehlenden Raum, für die Korallen giftige Schleimstoffe ab und ist die Koralle erst einmal angegriffen, so kann sie schnell von einem benachbarten Schwamm überwachsen werden. An überfischten Riffen in der Karibik haben Forscher um Joseph Pawlik von der University of North California Wilmington dreimal so viele komplett von Schwämmen überwachsene Korallen gefunden als in gesunden Riffstöcken. Wo Fische noch vorhanden, aber selten sind, wächst schon jede vierte Koralle in nächster Nähe eines Schwammes.  (siehe Fachmagazin PeerJ)
Korallen und Schwämme konkurrieren um den im Riff zur Verfügung stehenden Raum. Amed Scuba
Lange Zeit waren Schwämme dank ihrer hohen Wasserspeicherkapazität auch beim Menschen als Badeschwämme beliebt. Heute finden sie teilweise Verwendung in der Pharmaindustire, die ihre Eigenschaften in der Medizin teilweise für sich erkannt hat. Es gibt über 7500 Arten von Schwämmen. Sie reichen von wenigen Millimetern bis über drei Meter Höhe. Die Gestalt der meisten Arten ist abhängig von ihrer Ernährung. Im Unterschied zu den Gewebetieren (Eumetazoa) haben die Schwäme noch keine Spezialisierung erfahren und haben somit auch keine Organe ausgebildet. Schwämme leben sessil, bevorzugt auf Hartböden oder auch auf Muschelschalen, mit denen sie eine Symbiose eingehen. Der überwiegende Teil der Schwämme erhährt sich durch Filtration.
Schwämme sind Nahrungsgrundlage vieler Kaiserfische, Amed Scuba Bali
Bedeutende fossile Schwämme sind die Stromatoporen, die im Devon und im Mesozoikum die wichtigsten Riffbewohner waren.
Vasenschwämme finden sich oft hier bei uns in Bali-Amed